Gemeinsame Planung

Die Konzeption

Die Wohnungsnachfrage in der Region sowie die weitere Entwicklung des Industriegebietes Erfurter Kreuz haben hinsichtlich des Wohnungsmarktes und der Siedlungsentwicklung erhebliche Auswirkungen. Diese erfordern ein regional abgestimmtes Handeln auf verschiedenen Ebenen.

Die 2021-2023 erarbeitete Siedlungsflächenkonzeption Erfurter Kreuz bildet hierfür das informelle regionale Planungskonzept.

Sie betrachtet die gesamte Region rund um den Industrie- und Arbeitsstandort Erfurter Kreuz und dient als fachliche Grundlage für eine abgestimmte Siedlungs- und Wohnraumentwicklung.

Sie ist ein strategisches Steuerungsinstrument, das aufzeigt,

  • wie sich Wohnen, Arbeiten, Mobilität und Infrastruktur in der Region künftig entwickeln können und
  • welchen Beitrag die einzelnen Städte und Gemeinden zur Gesamtentwicklung leisten. 

Da sie kein formeller Plan ist, ersetzt sie keine Bauleitplanung, sondern unterstützt und koordiniert diese auf regionaler Ebene.

 

Zentrale Aufgabe des Konzeptes ist: 

  • ausreichenden Wohnraum für neue Arbeitskräfte am Erfurter Kreuz zu ermöglichen,
  • zugleich ein qualitativ passendes Wohnungsangebot für die einheimische Bevölkerung zu sichern,
  • den Flächenverbrauch möglichst gering zu halten (Vorrang der Innenentwicklung) und
  • eine abgestimmte, nachhaltige Siedlungsentwicklung über kommunale Grenzen hinweg zu gewährleisten.

 

Darüber hinaus schafft die Konzeption ein gemeinsames raumstrukturelles Leitbild, formuliert Ziele, Strategien und Maßnahmen.

Sie ist die Grundlage für den Siedlungsflächendialog Erfurter Kreuz.

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Zielmengen

Auf Grundlage umfassender demographischer und ökonomischer Analysen wird mit der Siedlungsflächenkonzeption der zukünftige Arbeitskräftebedarf durch das Erfurter Kreuz inklusive indirekter Effekte bis 2033 auf bis zu 4.300 zusätzliche Arbeitskräfte geschätzt.

Die zukünftige Wohnraumnachfrage sowohl durch die zusätzlichen Arbeitskräfte als auch durch die qualitative Nachfrage aus der Region heraus kann auf bis zu 9.740 Wohnungen geschätzt werden, davon rd. zwei Drittel als Mietwohnungen.

Im kooperativen Erarbeitungsprozess zu Siedlungsflächenkonzeption wurden konkrete Zielmengen zur Wohnraumaktivierung und den Wohnungsneubau seitens der Kooperationspartner vereinbart:

Deutlich wird:

  • die gelingende Deckung der Wohnraumnachfrage hängt maßgeblich von Erfurt ab,
  • die Erfurter Eigenheimnachfrage geht über die Stadt hinweg hinaus in die gesamte Region,
  • für die Mittelstädte ergeben sich Chancen, die über eigene Potenziale erschlossen werden können,
  • zwischen Günthersleben-Wechmar und Neudietendorf/Ingersleben sowie Ichtershausen spannt sich ein sehr dynamischer Zwischenraum mit Standorten auf, die von ihrer zentralen Lage und Anbindung profitieren
  • der weitere ländliche Raum sieht sich vor allem als Standort für neues Wohnen im Eigenheimsegment

Vor diesem Hintergrund vereinbarten die Städte und Gemeinden der Kooperation einen Rahmen für die Umsetzung der Siedlungsflächenkonzeption.

Dabei geht jeder Partner in eigenständiger Entscheidung und Verantwortung für den eigenen Planungsraum vor.

 

Die Kooperationsvereinbarung

„Wir sind ein gemeinsamer Raum.“

1.     Wir verstehen uns als ein gemeinsamer Raum, in dem jeder seine eigene Identität einbringt und in dem jeder eine wichtige Rolle einnimmt.

2.     Jeder Partner unterstützt in seinem eigenen hoheitlichen Wirkungsbereich die Umsetzung der Siedlungsflächenkonzeption.

3.     In diesem Raum kooperieren wir gemeinsam als Partner auf Augenhöhe.
 

„Es gilt, das Notwendige zu bauen. Und das mit guter Qualität.“

4.     Wir schaffen die Rahmenbedingungen dafür, dass die in der Siedlungsflächenkonzeption formulierten Ziele, Zielmengen und räumlichen Schwerpunkte in den jeweiligen Zeithorizonten so weit wie möglich umgesetzt werden können.

5.     Damit leistet jeder Partner seinen Beitrag für die gesamte Entwicklung des Raumes Erfurter Kreuz.

6.     Wir achten auf flächensparendes und nachhaltiges Bauen mit Qualität im Städtebau und Wohnen und stehen für den Erhalt unseres Siedlungsbildes und unserer Kulturlandschaft.
 

„Es geht nur gemeinsam.“

7.     Gemeinsam bedeutet, dass auf der einen Seite die Interessen der einzelnen Kommunen gewahrt bleiben und auf der anderen Seite die Chancen für eine gute regionale Entwicklung genutzt werden.

8.     Dabei binden wir themen- und projektabhängig auch Partner der Wirtschaft, Wohnungswirtschaft Verkehr und weitere Akteure ein.

9.     Wir vereinbaren, den gemeinsamen Prozess des gesamträumlichen Austausches und der Information fortzusetzen und die Ziele der Siedlungsflächenkonzeption zu evaluieren und bei Bedarf fortzuschreiben.

Für ein regional abgestimmtes lokales Handeln suchen wir eine engere Zusammenarbeit mit gemeinsamen Konzepten und Projekten.